News!!! *** 15.08.2026 "Bildvortrag "Die Natur in den vier Jahreszeiten" von Manfred Veith. Beginn: 20 Uhr im DGH Essershausen ***News!!!

 

 

 

Zahl des Monats: Im Jahr 1233 wurde Essershausen erstmals erwähnt!

 

 

 

 

Wir suchen Dich!!!

Grafik:NABU/Stefanie Gendera

Liebe Naturfreunde,

 

die NABU- Gruppe Essershausen, einst Vogelschutzgruppe, seit 1976, ist eine bedeutende Einrichtung im Weiltal. In einem Ortsteil von Weilmünster hat sich über Jahrzehnte eine engagierte Gemeinschaft entwickelt, die Naturfreunde, Naturschutz, Vogelschutz und Biotopschutz miteinander verbindet. Die Gruppe ist aktiv und viele Mitglieder bringen sich mit Freude und Elan ein. Freunde, die sich regelmäßig treffen, teilen die Begeisterung für Vögel, Bienen, Amphibien und die vielfältigen Lebensräume der Region. Sie arbeiten daran, Lebensräume zu schützen, zu verbessern und möglichst vielen Arten eine Oase zu geben.

 

Als Pionier im Weiltal hat sich die NABU- Gruppe Essershausen einen Namen gemacht, der bundesweit bekannt und angesehen ist. Die große Gruppe ist stolz auf ihre vielen erfolgreichen Aktionen, die von Zusammenhalt, Motivation und fortschrittlicher Arbeitsweise getragen werden. Die Mitglieder zeigen eine bemerkenswerte Kameradschaft und eine Freude, gemeinsam zu gestalten. Die Jugend spielt eine wichtige Rolle und erhält durch Projekte, Workshops und Exkursionen wertvolle Erfahrungen im Natur- und Umweltschutz. Der Zusammenhalt der Gemeinschaft macht den Verein stark und ermutigt neue Mitglieder, sich einzubringen und Verantwortung zu übernehmen.

 

In den Händen der Ehrenamtlichen entstehen Projekte, die Artenvielfalt fördern und Biodiversität schützen. Es geht um den Schutz von Kröten, Molchen und Fröschen, besonders in Feuchtgebieten rund um Bäche und kleine Weiher. Wasser ist ein zentrales Element: Teiche, Waldbäche und Feuchtwiesen bieten Lebensraum für Wasserinsekten, Libellen, Fische und Amphibien. Die Suche nach geeigneten Brut- und Rastplätzen führt oft zu unkomplizierten, aber wirksamen Maßnahmen wie das Anlegen von Nistkästen für Meisen, Finken und Enten oder das Installieren von Schutzzäunen für wandernde Kröten am Gewässerrand.

 

Die Gruppe arbeitet eng mit Förstern und lokalen Partnern zusammen, um Bäume, Wälder, Wiesen und Felder zu schützen und zu pflegen. In den Stollen und Stollenanlagen der Region, die teils vergittert oder unzugänglich wirken, finden Fledermäuse Unterschlupf; hier gilt es, sensible Bereiche zu kennzeichnen und zu schützen. Der Steinkauz, eine besonders rar gewordene Art, erhält durch gezielte Nistkästen und Habitatmaßnahmen neue Chancen. Bienenfutterautomaten ergänzen im Gartenbereich die Arbeit für Bestäuber, während Amphibien- und Insektenfreundliche Gestaltungsteile in Gärten und öffentlichen Grünflächen beobachtet und weiterentwickelt werden.

 

Eine weitere Facette der Aktivitäten ist die Öffentlichkeitsarbeit: Werbung, Informationsveranstaltungen, Führungen und Projekte, die das Bewusstsein für Natur- und Artenschutz in der Bevölkerung stärken. Die Mitglieder berichten über Erfolge, teilen Erfahrungen und motivieren andere, ebenfalls aktiv zu werden. So wird der Verein, trotz der eher kleinen Größe, zu einem großen Verein im Denken und Handeln, der Lebensräume schützt, das Staunen über die Natur fördert und eine bleibende Wertschätzung für die Schönheit der Natur vermittelt.

 

Insgesamt bleibt die NABU- Gruppe Essershausen eine starke Gemeinschaft, die sich durch Verantwortung, Engagement und Freude auszeichnet. Die Gruppe schafft Verlässlichkeit, bietet Orientierung und zeigt, dass man auch in einem kleinen Ort etwas Großes bewegen kann. Die Leidenschaft für Tiere, Pflanzen und Lebensräume, der Respekt vor der Natur und die Bereitschaft, sich ehrenamtlich einzubringen, machen den Verein zu einer besonderen Anlaufstelle in der Region – eine Anlaufstelle, die Leben schützt, Vielfalt bewahrt und die Herzen der Menschen erfüllt. Und so bleibt die Botschaft klar: Zusammenhalt, Fortschritt und Begeisterung führen zu einer besseren, schöneren Welt auch im Weiltal.

 

Ihr Christoph Gath, Vorsitzender

 

 

Arbeitseinsatz in Laubuseschbach

Zwei junge Steinkäuze wurden mit Ringen versehen

Steinkäuze gehören zu den faszinierenden Greifruderern der Nacht, deren Ruf in manchen Nächten wie ein fernes Spieluhrgeläut durch Wälder und Gärten zieht. Obwohl sie oft im Verborgenen bleiben, sind sie doch wichtige Indikatoren für die Gesundheit eines Ökosystems. Steinkäuze bevorzugen offene Wälder, lichte Wälder mit ausreichender Hirsch- und Mäusepopulation sowie stilvolle Schutzräume, in denen sie ihre Jungen aufziehen können. Ihre Grundfärbung wirkt unscheinbar in der Dämmerung, doch wenn man genauer hinhört, erkennt man den charakteristischen klangvollen Ruf, der sich wie ein kleines, schnelles „hoo-hoo“ über den Boden legt. Die Lebensweise der Steinkäuze ist dabei besonders spannend: Sie jagen vor allem Mäuse, Ratten und andere Kleinsäuger, nutzen dafür eine lautlose Jagdtechnik aus dem Schatten heraus und schlagen in der Nacht blitzschnell zu. Für Biologen und Vogelfreunde ist es deshalb von großem Interesse zu beobachten, wie sich Bestände dieser Eulenart im Laufe der Jahreszeiten verändern und welche Einflussfaktoren dabei eine Rolle spielen.

In der Region Laubuseschbach, einer Gegend mit dichtem Laubwald, offenen Flächen und landwirtschaftlich genutztem Umfeld, finden Steinkäuze ideale Lebensbedingungen. Hier kann man oft beobachten, wie junge Eulen auf verlassenen Baumhöhlen oder künstlichen Nisthilfen Schutz finden und wie erwachsene Tiere ihre Jungen betreuen. Die Beringung, eine Methode, die von vielen Naturschutzorganisationen sorgfältig durchgeführt wird, dient dazu, die Lebenswege der Steinkäuze besser nachvollziehen zu können. Durch eine kleine, harmlos anmutende Aluminium- oder Kunststoffmarkierung lassen sich Rückkehrzeiten, Wanderwege, Landeplätze und auch das Alter der Individuen erfassen. Die dabei gewonnenen Daten sind Gold wert für die Forschung, denn sie helfen zu verstehen, wie Eulenpopulationen auf Umweltveränderungen reagieren, wie sich Nahrungsgrundlagen entwickeln und ob menschliche Eingriffe wie Straßenbau oder Pestizidbelastung Einfluss haben. In Zeiten, in denen der Lebensraum vieler Vogelarten bedroht ist, wird die Beringung zu einem wichtigen Instrument des Naturschutzes, das mit verantwortungsvoller Handhabung und engmaschiger Überwachung erfolgt.

Der NABU, der Naturschutzbund Deutschland, spielt dabei eine zentrale Rolle. Als eine der größten Umweltschutzorganisationen des Landes setzt er sich dafür ein, Lebensräume zu schützen, Aufklärungsarbeit zu leisten und Freiwillige zu unterstützen, die bei Projekten vor Ort mitwirken. In zahlreichen Regionen werden durch den NABU Monitoring-Programme durchgeführt, die Bestände erfassen, Verbreitungskarten erstellen und Habitatqualitäten bewerten. Besonders in ländlichen Gebieten mit Mischkulturen aus Wald, Wiesen und orchideenreichen Heckenstrukturen zeigen sich die positiven Effekte, wenn Uferrandstreifen und alte Baumbestände erhalten bleiben. Freiwillige Helferinnen und Helfer, oft begeisterte Naturfreundinnen und -freunde, setzen sich dafür ein, Nisthilfen zu kontrollieren, Steckverbinder für die Beringung bereitzuhalten oder Fühler- und Fanggeräte sicher zu betreuen. Solche Aktivitäten, die im Einklang mit behördlichen Vorgaben stehen, fördern das Verständnis für ökologische Zusammenhänge und schärfen das Bewusstsein für die Bedeutung von Biodiversität im Alltag.

In Laubuseschbach und ähnlichen Regionen treten Steinkäuze häufig als Symbol für stille, aber robuste Natur in Erscheinung. Ihre Anwesenheit erinnert daran, wie viel Lebensleistung in einem intakten Wald steckt und wie wichtig es ist, auch auf kleiner Fläche Lebensräume zu schützen. Wenn man bei einer nächtlichen Beobachtung aufmerksam lauscht, kann man das sanfte Revier-Glocken der Eulen hören, das eine stille Melodie der Nacht erzählt. Und wenn Forscherinnen und Forscher im Rahmen von Beringungs- oder Monitoring-Programmen unterwegs sind, lässt sich die Reise dieser erstaunlichen Vögel oft auf Karten festhalten: Winzige Marker, große Geschichten. So verbindet sich Naturschutz mit Wissenschaft, und aus der Zusammenarbeit von lokalen Vereinen, freiwilligen Helfern und Organisationen wie dem NABU resultieren Erkenntnisse, die nicht nur für die Steinkäuze, sondern für das gesamte Ökosystem von Bedeutung sind. Ein solcher spannender Kreislauf aus Schutz, Forschung und Bildung zeigt, wie Mensch und Natur gemeinsam lernen können, miteinander zu wachsen.

 

 

 

 

Warten mit dem Heckenschnitt

NABU bittet um Rücksichtnahme auf brütende Vögel

Foto: NABU/Mathias Schäf (Heckenbraunelle)

Der NABU bittet alle Gartenbesitzer, sich noch vier Wochen mit dem Hecken- und Strauchschnitt zu gedulden. Bis Ende Juli brüten viele Singvögel im Schutz des dichten Blattwerks in Gärten und Parkanlagen. In guten Jahren bringen sie mehrmals Nachwuchs zur Welt. Durch Schnittmaßnahmen können sie so stark gestört werden, dass sie ihre Brut aufgeben. Die Jungvögel von Amseln, Grünfinken, Grasmücken und Zaunkönigen sind flügge geworden. Wer jetzt seine Sträucher schneidet, riskiert das Leben der fröhlichen Sängerschar. Auch finden Beutegreifer die Nester mit den Jungvögeln viel einfacher, wenn schützende Zweige weggeschnitten werden.

In den letzten Tagen hat der NABU Anrufe besorgter Bürger erhalten, die von teils radikalen Heckenschnitten berichten. Es gibt immer wieder Schilderungen von tot aufgefundenen Jungvögeln unter frisch gestutzten Hecken. Es kann nicht angehen, dass Hecken und Gebüsche ohne jede Rücksicht kahlgeschoren werden. Auf jeden Fall gehört vor dem Schnitt eine intensive Suche nach belegten Nestern in den Sträuchern dazu. Heckenabschnitte mit einem bewohnten Vogelnest dürften nicht oder nur sehr vorsichtig beschnitten werden.

Gesetzlich muss jeder, der Hecken schneidet, darauf achten, Vögel und andere wildlebende Tiere nicht mutwillig zu beeinträchtigen und ihre Lebensstätten nicht zu zerstören. In der Zeit von März bis Ende September darf nur der Jahreszuwachs von Hecken und Gebüschen entfernt werden. Das Abrasieren ganzer Hecken ist in dieser Zeit verboten. Die Artenschutz-Bestimmungen des Hessischen Naturschutzgesetzes gelten nicht nur für die freie Landschaft, sondern auch für Gärten und andere Grünflächen in Dörfern und Städten.

 

 

 

 

Kuck mal, wer da an der Nessel knabbert

Der NABU will wissen, welche Raupen an Brennnesseln zu finden sind

Foto: NABU/Jonathan Fieber

Bei Brennnesseln denken die meisten Menschen an Unkraut und juckende Quaddeln auf der Haut. Die Pflanze hat ein schlechtes Image und wird darum aus vielen Gärten verbannt. „Das ist schade, denn die Brennnessel ist für viele Schmetterlingsraupen eine wichtige Futterpflanze“, sagt NABU-Insektenexpertin Daniela Franzisi. „Mehr als dreißig heimische Falterarten leben von ihr.“ Welche das sind, kann jetzt jeder und jede mit der Aktion „Raupen an Brennnesseln“ von NABU und NABU|naturgucker entdecken, die heute startet.

„Besonders die Raupen von Admiral, Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, Landkärtchen, C-Falter und Nesselzünsler lieben Brennnesseln“, so Franzisi. „Wie sich die Bestände bereits bei den Raupen dieser Falter entwickeln, wird bisher nicht erfasst. Wir freuen uns darum, wenn viele Menschen bei der Meldeaktion mitmachen. Ein regelmäßiges und flächendeckendes Monitoring könnte die Daten liefern, um Veränderungen der Biodiversität in Deutschland zu erkennen und entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen.“ Das wäre nicht nur für die Falter selbst wichtig: Schmetterlinge gelten als Bioindikatoren, die frühzeitig auf Veränderungen der Umwelt- und Lebensbedingungen hinweisen können.

Wie bei vielen anderen Insektenarten auch, gehen die Schmetterlingsbestände seit Jahren zurück. „Selbst häufige Arten nehmen regional ab. Da viele auf die Brennnessel angewiesen sind, wäre es wichtig, der unbeliebten Pflanze einen Platz in seinem Garten zu überlassen“, so Franzisi. „Die Belohnung dafür ist bunter Schmetterlingsbesuch.“

Für einige dieser Arten sind Brennnesseln sogar die einzige Nahrungspflanze, auf der die Weibchen ihre Eier ablegen und die Raupen sich entwickeln können. Für einige Arten, wie dem Admiral, ist die Brennnessel sogar ein kompletter Lebensraum. Eier, Raupe, Puppe und der Schlupf des fertigen Falters finden nur an der Brennnessel statt. Die Beziehung zwischen Raupen und Brennnesseln als Nahrung zeigt im Detail wie komplex und sensibel unsere Natur ist. Die Raupen nutzen die Brennnesseln als Nahrung und Schutzraum vor Fressfeinden. Einige Raupenarten haben sich so angepasst, dass sie die Abwehrstoffe entgiften können. Dadurch können sie die Blätter unbeschadet fressen. Die späteren Falter sind für viele weitere Blühpflanzen wichtige Bestäuber.

Und so geht das Mitmachen: Wer draußen unterwegs oder im Garten ist, sollte sich Brennnesseln ganz genau anschauen. Im Sommer können die Pflanzen zum Raupen-Hotspot werden. Wer eine Raupe findet, sollte sie fotografieren. Welche ist es und welcher Falter wird es einmal? Mit dem www.insektentrainer.de kann man das im Zweifelsfall herausfinden. Dann die Art mit Foto bis zum 8. Juli melden.

 

 

 

 

Erster Kuckuck rief Anfang April in Osthessen

NABU gibt Ergebnisse der Mitmachaktion „Wann kommt der Kuckuck?“ bekannt

Foto: NABU/Tom Dove

 Im Frühjahr rief der NABU Hessen dazu auf, mitzuteilen, wo und wann die ersten Kuckucksrufe des Jahres zu hören waren. Die Beteiligung der hessischen Vogelfreund*innen war erfreulich: Über 450 Meldungen aus allen Teilen Hessens gingen beim NABU ein. Den ersten gesicherten Nachweis in diesem Jahr gab es bereits am 3. April bei Bad Hersfeld, weitere am 7. April bei Mörfelden-Waldorf sowie am 9. April bei Trebur, Bad Schwalbach und Büttelborn. „Ab Mitte April ging es dann richtig los mit den gemeldeten Kuckucksrufen, der Höhepunkt lag in den ersten beiden Maiwochen. Ende des Monats wurde es dann schon wieder deutlich ruhiger“, erklärt Maik Sommerhage, Landesvorsitzender des NABU Hessen. Die Informationen aus der Bevölkerung sind für die Naturschützer besonders wertvoll, da sie ihnen helfen, den Einfluss von Klima- und Landschaftsveränderungen auf die heimische Vogelwelt besser zu verstehen und passende Schutzmaßnahmen zu entwickeln. „Jede einzelne Meldung ist ein wichtiger Beitrag zum Schutz des Kuckucks, der als Indikator für ökologische Veränderungen gilt", so Sommerhage.

Klimawandel bereitet Kuckuck Probleme
Viele Frühlingsvögel treffen aufgrund der Klimaerwärmung immer zeitiger in Hessen ein. Vom Kuckuck, der als Langstreckenzieher in Afrika überwintert, wird bislang angenommen, dass er seine Ankunftszeit noch nicht an den Klimawandel angepasst hat. Sein unverwechselbarer Ruf ist nach wie vor meist erst im Laufe des Aprils zu hören. Viele Wirtsvögel des Kuckucks wie z.B. Rotkehlchen, Hausrotschwanz, Zaunkönig, Bachstelze und Teichrohrsänger, beginnen jedoch immer früher mit ihrer Brut. Wenn der Kuckuck hier eintrifft, sind die ersten Eier oft schon gelegt. „Für die Kuckucksweibchen wird es immer schwieriger, ihre Eier den zukünftigen ‚Zieheltern‘ mit Erfolg unterzuschieben“, erklärt der Ornithologe Sommerhage. Sie sind auf Wirte angewiesen, die ganz am Anfang ihrer Brut stehen, damit der junge Kuckuck möglichst als Erster schlüpft und die Eier oder Jungvögel seiner Zieheltern noch über den Nestrand schieben kann.

Erste Kuckucke rufen im April
Mit der langfristig angelegten Aktion „Wann kommt der Kuckuck?“ möchte der NABU Hessen herausfinden, wie der Kuckuck langfristig auf die veränderten Lebensbedingungen durch den Klimawandel reagiert. Der Lebensraumverlust durch immer strukturärmere Landschaften wird künftig nicht sein einziges Problem sein. Um sich erfolgreich fortzupflanzen, ist es für den Kuckuck wichtig, sich genau auf das Brutgeschehen seiner Wirtsvögel abzustimmen. Dieses sensible Gefüge kann durch die Klimaerwärmung gestört werden. Die Auswertung der Kuckucksrufe der letzten Jahre hat gezeigt, dass es dem Kuckuck grundsätzlich möglich ist, sich an den Klimawandel anzupassen. In allen hessischen Regionen waren jeweils schon in den ersten Apriltagen die typischen Balzrufe zu hören. Kuckucke, die früher nach Hessen zurückkehren, haben auf jeden Fall einen Vorteil. „Erfreulich ist, dass der Kuckuck nach wie vor in ganz Hessen verbreitet ist“, so Sommerhage.

 

 

 

 

Junge Handwerker auf Wanderschaft

Biber-Nachwuchs ist jetzt auf der Suche nach neuen Revieren

Foto: NABU/Oliver Richter

Nicht nur im Handwerk heißt es nach der Lehre, zünftig auf Wanderschaft zu gehen und selbstständig zu werden. Das gilt auch für junge Biber, die nun ihre Eltern verlassen und sich auf die Suche nach einem eigenen Revier begeben. Jetzt im Frühjahr ist nach zwei Jahren die Lehrzeit der jungen Biber bei ihren Eltern beendet. Sie verlassen den Bau, um eine eigene Familie zu gründen. Wer nicht freiwillig geht, bekommt von den Eltern den entscheidenden Schubs, denn Ressourcen wie Nahrung und Lebensraum reichen im elterlichen Revier nur für eine Familie zum Überleben.

Biber-Beobachtungen online melden
Auf der Suche nach neuen Lebensräumen wandern Jungbiber durchschnittlich 3 bis 25 Kilometer. Besonders engagierte Tiere legen sogar bis zu 100 Kilometer zurück und können dann an weit entfernten Flüssen und Teichen im ganzen Land auftauchen. Die Wanderschaft ist für Biber allerdings sehr gefährlich. So fallen nicht wenige Biber auf ihrer Wanderung dem Straßen- oder Schienenverkehr zum Opfer. Damit wir mehr darüber erfahren, wo sich Biber neu ansiedeln, bitten wir darum, Beobachtungen über die Biber-WebApp von NABU-Naturgucker zu melden. Jeder Eintrag trägt dazu bei, mehr über den Biber und sein Verhalten in Hessen zu erfahren. Über die WebApp können Sichtungen von Bibern und ihren Spuren ganz einfach online gemeldet werden. Mit Hilfe engagierter Naturbeobachter entsteht so ein detailliertes Bild des aktuellen Biberbestandes. Auf der Aktionsseite der Biber-WebApp können sich Interessierte außerdem informieren, wie man Biber, Nutria und Bisam gut unterscheiden kann.

Hochwasserschutz durch fleißigen Landschaftsarchitekten
Wer fleißige Handwerker sehen möchte, wird beim Biber voll auf seine Kosten kommen. Wir Menschen profitieren von der ehrenamtlichen Arbeit des Bibers enorm, da die von ihm geschaffenen Auenlandschaften die Hochwassergefahr deutlich verringern. Zudem wird durch die Dämme, bzw. die neuen Auen die Selbstreinigungskraft der Gewässer erhöht. So werden unsere Gewässer vor Dünger- und Gifteintrag geschützt, was wiederum der Qualität unseres Trink- und Grundwassers zugutekomm. Gleichzeitig werden selbst in vormals eintönigen Flusslandschaften neue Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten geschaffen: strukturreiche Stillgewässer entstehen, in denen sich Wasserpflanzen einstellen. Fische, Libellen und Amphibien finden wieder mehr Laichplätze und Weiß- und Schwarzstorch oder Eisvogel mehr Nahrung.

Kurze Geschichte des Bibers in Hessen
Im Jahr 1596 wurde der letzte hessische Biber an der Gersprenz im Odenwald gesichtet. Die intensive Bejagung des größten europäischen Nagers sorgte dann vorerst für sein Verschwinden von der Landkarte. Ein Wiederansiedlungsprojekt in den späten 1980er Jahren ebnete den Boden für das Comeback des geschickte Auenarchitekten nach Hessen: Aus den anfänglichen 18 Pionierbibern im Spessart sind mittlerweile etwa 2.600 hessische Genossen geworden. Erfolgreich verlief das Projekt vor allem, weil Biber durch naturnahe Uferstreifen einen freien Raum zur Gestaltung ihrer Lebensräume bekamen, Behörden das Projekt professionell begleiteten und ein Netz aus ehrenamtlichen Biberbetreuer*innen für die Akzeptanz des Rückkehrers in der Bevölkerung warb. Der NABU wirbt dafür, diese Erfolgsstrategie auch in Zukunft gemeinsam mit vielen Akteuren fortzusetzen.

 

 

 

 

Insektenfallen gefährden die Artenvielfalt

Auf Insektenfallen im Außenbereich ganz verzichten

Foto: Insektenhotel (Lena Lux Fotografie&Bildjournalismus)

Im Frühling sind viele Insekten auf Nahrungssuche unterwegs und summen manchmal auch auf Terrasse, Balkon oder im Außenbereich von Gastwirtschaften umher. Obwohl Bienen, Wespen, Schmetterlinge und Co wichtig für das Funktionieren der Natur sind, werden sie immer wieder mit aufgestellten Insektenfallen verfolgt. Ob Klebfalle, süße Flüssigkeiten im Gefäß oder andere Fallentypen, alle haben das Problem, dass sie wahllos viele verschiedene Insekten töten. Darunter auch besonders geschützte Arten wie Hornissen, Falter oder Wildbienen. Sie haben deshalb im Außenbereich nichts zu suchen und der Mensch ist auf die Insektenvielfalt dringend angewiesen. Ob als Bestäuber, Gesundheitspolizei oder wichtige Nahrungsquelle für Vögel und ihre Jungen: Ohne Insekten geht gar nichts. Sie dürfen deshalb nicht ohne einen vernünftigen Grund beunruhigt, gefangen, verletzt oder getötet werden. Besonders erschütternd ist es, wenn sogar stark gefährdete und deshalb besonders geschützte Insektenarten in den unspezifischen Fallen landen und sterben. Im Frühling betrifft das auch junge Hornissen-Königinnen, die dann kein neues Volk mehr gründen können. Deshalb ist zumindest der Einsatz von elektrischen Insektenvernichtern mit UV-Licht im Freien mittlerweile ganz verboten.


Insekten schützen
Besonders geschützte Arten, wie etwa Hornissen und Wildbienen, dürfen gemäß § 44 des Bundesnaturschutzgesetzes weder gefangen, verletzt noch getötet werden. Bei allen anderen Arten muss ein vernünftiger Grund vorliegen, um sie zu verfolgen. Ein solcher Grund ist z.B. die Gefahr von Wespen am Haus für einen Allergiker. „Wenn es eine Alternative gibt, liegt in der Regel kein vernünftiger Grund vor. Dann gilt es, auf die Alternativen zu setzen und lästige Insekten mit anderen Abwehrmaßnahmen zu vertreiben“, erklärt Sommerhage. Das können z.B. eine Ablenkfütterung, Pflanzen wie Lavendel und Zitronengras oder das Abdecken von Speisen sein. Deshalb appelliert der NABU, auf Insektenfallen außerhalb der vier Wände von vornherein ganz zu verzichten. Damit riskiert man auch kein Bußgeld, das beim grundlosen Töten von Wespen und anderen Tieren fällig werden kann.

Großes Insektensterben
Viele Studien der letzten Jahre zeigen, dass die Insektenbestände in Deutschland deutlich zurückgehen. Eine intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden, die Ausräumung der Landschaft und die zunehmende Lichtverschmutzung sind wesentliche Gründe für den Insektenschwund. Der NABU engagiert sich seit vielen Jahren für den Schutz von Insekten. Sie sind unverzichtbar für das menschliche Leben und die gesamte Natur. In den Ökosystemen tragen sie unter anderem zur Vermehrung von Pflanzen sowie zur Fruchtbarkeit des Bodens bei und dienen vielen anderen Tieren wie Vögeln, Amphibien und Reptilien als wichtige Nahrungsgrundlage.

 

 

 

 

Wald und Flur sind jetzt Kinderzimmer der Wildtiere

NABU Hessen bittet um Rücksicht bei Feiertags-Ausflügen in die freie Natur

Foto: NABU/Oscar Klose

Mit dem Wonnemonat Mai kommt auch die Zeit der Feiertagsausflüge. Da es an den langen Feiertagswochenenden, beginnend mit dem 1. Mai, immer mehr Menschen in die freie Natur zieht, bittet der NABU darum, sich möglichst rücksichtsvoll zu verhalten, um den Tieren in dieser sensiblen Phase die nötige Ruhe zu gönnen. Wir freuen uns, dass viele Menschen die heimische  Natur genießen möchten. Das sollte aber immer mit Rücksicht auf die wilden Tiere und Pflanzen geschehen. Jetzt in der Brut- und Setzzeit gilt das umso mehr. Denn auch wenn man selbst kein Tier sieht, kann doch ein gut getarnter brütender Vogel im Grün sitzen oder ein Rehkitze in der Wiese liegen. Deshalb gilt: Bitte auf den festen Wegen bleiben und sich an die Regeln in Schutzgebieten halten. 

Störungen für Wildtiere vermeiden
Größere Besucherströme in der freien Natur bringen immer auch Störungen für die Wildtiere mit sich. Deshalb brauchen brütende Vögel wie Feldlerche, Feldsperling, Neuntöter und Goldammer sichere Ruhezonen, in denen sie stressfrei ihre Jungen großziehen können. Auch der in Hessen selten gewordene Feldhase benötigt ungestörte Rückzugsräume. Angesichts der großen Trockenheit im April gilt es auch, durch umsichtiges Verhalten Waldbrände zu vermeiden. Wer die grüne Natur im Mai mit gutem Gewissen genießen möchte, sollte sich an folgende einfache fünf Faustregeln halten:

• Hunde an die Leine: Hunde werden von den meisten anderen Tieren als Bedrohung gesehen, deshalb sollten sie nicht frei herumlaufen. Das Aufsammeln der Hinterlassenschaften sollte sich für verantwortungsvolle Hundehalter von selbst verstehen.
• Auf dem Weg bleiben: Wer in der offenen Feldflur auf den Wegen bleibt, minimiert Störungen in der Brut- und Setzzeit von Wildtieren automatisch. In fast allen Naturschutzgebieten gilt ohnehin ein strenges Wegegebot, dort sollte man unbedingt die ausgewiesenen Betreuungs- und Ruhezonen beachten. Das gilt auch auf Flüssen und Seen.
• Abstand halten: In Schutzgebieten sollten ausgewiesene Ruhezonen für Vögel und andere Wildtiere beachtet werden. Sie markieren Rückzugsbereiche für gefährdete Arten. Solche Ruhezonen spielen auch auf Flüssen und an Seen eine große Rolle.
• Nicht zündeln: Rauchen, Grillen und offenes Feuer werden schnell zu einer großen Gefahr und können Waldbrände entzünden. Viele unterschätzen auch den Schaden, den achtlos weggeworfene Zigarettenstummel anrichten. Diese enthalten viele Schadstoffe, die so unkontrolliert in die Natur gelangen und sich dort anreichern.
• Nichts hinterlassen: Abfall ist nicht immer zu vermeiden, ob Plastik oder Bananenschalen. In der freien Natur hat er aber nichts zu suchen. Deshalb sollte Abfall immer mit nach Hause genommen und dort entsorgt werden.

Mit etwas Vorsorge und Umsicht wird der Frühlingsausflug so zu einem schönen Erlebnis für alle Beteiligten. Wer sich ruhig verhält, kann vielleicht einen seltenen Vogel, ein äsendes Reh oder einen bunten Schmetterling beobachten und dann mit einem besonders schönen Naturerlebnis nach Hause gehen.

 

 

 

 

Sie suchen noch ein Geschenk für die nächste Feier?

Wie wäre es mit einer Mitgliedschaft im NABU?

Wir freuen uns auf euch!

Foto: Sebastian Hennings 

 

 

 

 


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