Grafik:NABU/Stefanie Gendera
Liebe Naturfreunde,
die NABU- Gruppe Essershausen, einst Vogelschutzgruppe, seit 1976, ist eine bedeutende Einrichtung im Weiltal. In einem Ortsteil von Weilmünster hat sich über Jahrzehnte eine engagierte Gemeinschaft entwickelt, die Naturfreunde, Naturschutz, Vogelschutz und Biotopschutz miteinander verbindet. Die Gruppe ist aktiv und viele Mitglieder bringen sich mit Freude und Elan ein. Freunde, die sich regelmäßig treffen, teilen die Begeisterung für Vögel, Bienen, Amphibien und die vielfältigen Lebensräume der Region. Sie arbeiten daran, Lebensräume zu schützen, zu verbessern und möglichst vielen Arten eine Oase zu geben.
Als Pionier im Weiltal hat sich die NABU- Gruppe Essershausen einen Namen gemacht, der bundesweit bekannt und angesehen ist. Die große Gruppe ist stolz auf ihre vielen erfolgreichen Aktionen, die von Zusammenhalt, Motivation und fortschrittlicher Arbeitsweise getragen werden. Die Mitglieder zeigen eine bemerkenswerte Kameradschaft und eine Freude, gemeinsam zu gestalten. Die Jugend spielt eine wichtige Rolle und erhält durch Projekte, Workshops und Exkursionen wertvolle Erfahrungen im Natur- und Umweltschutz. Der Zusammenhalt der Gemeinschaft macht den Verein stark und ermutigt neue Mitglieder, sich einzubringen und Verantwortung zu übernehmen.
In den Händen der Ehrenamtlichen entstehen Projekte, die Artenvielfalt fördern und Biodiversität schützen. Es geht um den Schutz von Kröten, Molchen und Fröschen, besonders in Feuchtgebieten rund um Bäche und kleine Weiher. Wasser ist ein zentrales Element: Teiche, Waldbäche und Feuchtwiesen bieten Lebensraum für Wasserinsekten, Libellen, Fische und Amphibien. Die Suche nach geeigneten Brut- und Rastplätzen führt oft zu unkomplizierten, aber wirksamen Maßnahmen wie das Anlegen von Nistkästen für Meisen, Finken und Enten oder das Installieren von Schutzzäunen für wandernde Kröten am Gewässerrand.
Die Gruppe arbeitet eng mit Förstern und lokalen Partnern zusammen, um Bäume, Wälder, Wiesen und Felder zu schützen und zu pflegen. In den Stollen und Stollenanlagen der Region, die teils vergittert oder unzugänglich wirken, finden Fledermäuse Unterschlupf; hier gilt es, sensible Bereiche zu kennzeichnen und zu schützen. Der Steinkauz, eine besonders rar gewordene Art, erhält durch gezielte Nistkästen und Habitatmaßnahmen neue Chancen. Bienenfutterautomaten ergänzen im Gartenbereich die Arbeit für Bestäuber, während Amphibien- und Insektenfreundliche Gestaltungsteile in Gärten und öffentlichen Grünflächen beobachtet und weiterentwickelt werden.
Eine weitere Facette der Aktivitäten ist die Öffentlichkeitsarbeit: Werbung, Informationsveranstaltungen, Führungen und Projekte, die das Bewusstsein für Natur- und Artenschutz in der Bevölkerung stärken. Die Mitglieder berichten über Erfolge, teilen Erfahrungen und motivieren andere, ebenfalls aktiv zu werden. So wird der Verein, trotz der eher kleinen Größe, zu einem großen Verein im Denken und Handeln, der Lebensräume schützt, das Staunen über die Natur fördert und eine bleibende Wertschätzung für die Schönheit der Natur vermittelt.
Insgesamt bleibt die NABU- Gruppe Essershausen eine starke Gemeinschaft, die sich durch Verantwortung, Engagement und Freude auszeichnet. Die Gruppe schafft Verlässlichkeit, bietet Orientierung und zeigt, dass man auch in einem kleinen Ort etwas Großes bewegen kann. Die Leidenschaft für Tiere, Pflanzen und Lebensräume, der Respekt vor der Natur und die Bereitschaft, sich ehrenamtlich einzubringen, machen den Verein zu einer besonderen Anlaufstelle in der Region – eine Anlaufstelle, die Leben schützt, Vielfalt bewahrt und die Herzen der Menschen erfüllt. Und so bleibt die Botschaft klar: Zusammenhalt, Fortschritt und Begeisterung führen zu einer besseren, schöneren Welt auch im Weiltal.
Ihr Christoph Gath, Vorsitzender
Ringelnatter (Foto: NABU/Niklas Banowski
Ein kleines Rascheln, ein huschender Schatten im Augenwinkel und manchmal auch eine unerwartete Begegnung Aug in Aug mit
dem geschuppten Gegenüber – im Sommer können an vielen Orten in Hessen Schlangen beobachtet werden. „Wir erhalten immer wieder Anfragen zu Schlangen in Gärten“, erklärt NABU-Landesvorsitzender
Maik Sommerhage zum heutigen Welttag der Schlangen. Viele Menschen wüssten nicht, dass fast alle heimischen Schlangen völlig ungefährlich seien. „Die häufigsten hessischen Schlangen, die
Ringelnatter und die Schlingnatter, haben keine Giftzähne. Sie verschlingen einfach ihre Beute, die meist aus Eidechsen, Mäusen, Fröschen oder Insekten besteht“, so Sommerhage. Am besten sei es,
die streng geschützten Tiere in Ruhe zu lassen und sich daran zu freuen, sie beobachten zu können. Meist bekommen die Gartenbesitzer*innen die Anwesenheit der Schlangen gar nicht mit, da sich die
scheuen Tiere zurückziehen, wenn Menschen auftauchen. „Eine Schlange im Garten ist also absolut kein Grund zur Sorge, auch nicht, wenn man Kinder oder Haustiere im Garten hat“, beruhigt
Sommerhage.
Mehr Lebensraum für Reptilien schaffen
Für die Schlangen sieht das oft ganz anders aus, sie müssen immer häufiger mit der Zerstörung ihrer Lebensräume
zurechtkommen. „Die Ausräumung der heimischen Landschaft hat die Nattern und Ottern vielerorts selten werden lassen. Der massive Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft verringert noch
zusätzlich ihre Nahrungsgrundlage“, erläutert Sommerhage. Deshalb seien mittlerweile alle hessischen Schlangen auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten zu finden. Zum Wohlfühlen brauchen
Schlangen ein spezielles Mosaik an Lebensräumen mit sicheren Verstecken, Brut-, Sonnen- und Schattenplätzen sowie ein Jagdgebiet mit ausreichend Nahrung und frostsichere Überwinterungsplätze.
„Bitte helfen Sie uns dabei, den faszinierenden Tieren wieder mehr Lebensraum zu bieten. Mit der Anlage von Holz-, Stein- und Komposthaufen an sonnigen Plätzen schafft man ideale
Brutmöglichkeiten für die Ringelnatter. Ein strukturreicher Garten mit Sträuchern, Gehölzen, alten Baumstümpfen, Reisighaufen und lückigen Steinhaufen bietet viele Verstecke und Winterquartiere,
die auch Amphibien und Echsen nutzen können. Verzichten Sie außerdem bitte auch auf Pestizide“, appelliert Sommerhage. Alle in Hessen heimischen Schlangenarten sind geschützt – man darf sie weder
fangen noch ihre Gelege zerstören oder die Eier einsammeln.
Fünf Schlangenarten in Hessen
Von den fünf in Hessen vorkommenden Schlangenarten ist einzig die Kreuzotter giftig. Die äußerst seltene Schlange kann
nur noch im Spessart, in der Rhön und im Werra-Meißner-Kreis beobachtet werden. Die ebenfalls seltene Äskulapnatter kommt primär an besonders warmen Berghängen im Rheingau und südlichen Odenwald
vor. „Wer eine Schlange in seinem Garten findet, kann in der Regel davon ausgehen, dass es sich um eine harmlose Ringelnatter oder Schlingnatter handelt“, so Sommerhage. Die Anwesenheit von
Schlangen im Garten zeige, dass er ökologisch intakt sei.
Ringelnatter: Die
schlanke, grau gefärbte und bis zu 1,50 Meter lange Ringelnatter ist die am weitesten verbreitete heimische Schlangenart. Sie lässt sich eindeutig an den halbmondförmigen gelben, schwarz
umrandeten Flecken hinter den Schläfen erkennen. Ihre Nahrung besteht vorwiegend aus Amphibien, so dass Feuchtgebiete, Teiche, Seen und Altarme, aber auch amphibienreiche Bahndämme und
Steinbrüche ihre Lebensräume bilden. Aus den Eiern, die in lockere Erde, Komposthaufen oder sogar warme Misthaufen abgelegt werden, schlüpfen im August bis zu zwanzig 16 bis 19 Zentimeter lange
Jungtiere, die sofort selbständig sind.
Barrenringelnatter: Wissenschaftler der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung identifizierten 2017 durch genetische Untersuchungen von
Ringelnattern eine neue Art, die Barrenringelnatter. Sie unterscheidet sich durch barrenartige, fast schwarze Streifen, die sich von der Bauchseite bis zum Rücken hinziehen, von der
„gewöhnlichen“ Ringelnatter, außerdem fehlen die typischen halbmondartigen gelben Flecken am Hinterkopf. Sie kann in Ausnahmefällen bis zu 2 Meter lang werden und kommt auch in trockeneren
Lebensräumen vor. Die Barren-Ringelnatter ist in Westeuropa weit verbreitet und kommt hauptsächlich im westlichen Teil Deutschlands, in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und auch in Hessen
vor.
Schlingnatter: Die Schlingnatter ist nach der Ringelnatter die zweithäufigste Schlangenart in Hessen. Sie wird oft mit der sehr viel selteneren und
an andere Lebensräume angepassten Kreuzotter verwechselt. Schlingnattern werden bis zu 90 Zentimeter lang und zeichnen sich durch ein unregelmäßiges schwarzes Muster auf dem Rücken, einen dunklen
seitlichen Augenstreifen sowie runde Augenpupillen aus. Die trockenheits- und wärmeliebende Schlange bewohnt vor allem sonnige Hänge, Hecken, Trockenmauern, Bahndämme und Böschungen. Ihre Nahrung
besteht zum größten Teil aus Eidechsen, Spitzmäusen, Wühlmäusen und größeren Insekten.
Äskulapnatter: Ein Beispiel für die Symbolkraft, die den Schlangen zuteilwird, bietet die vierte hessische Schlangenart, die ungiftige
Äskulapnatter. Einst dem römischen Gott der Heilkunst geweiht, ziert sie noch heute das Wappen der Ärztevereinigung. Das Vorkommen der Äskulapnatter beschränkt sich in Hessen vor allem auf zwei
Bereiche, die beide durch sehr warmes, aber nicht zu trockenes Klima gekennzeichnet sind: Den südlichen Odenwald und den Rheingau. Die etwa 1,50 Meter lange Schlange bevorzugt bewachsene
Trockenmauern, Steinbrüche und alte Weinberge als Lebensraum. Ihre Hauptnahrung besteht aus Mäusen, Eidechsen und Vögeln. Amphibien finden sich nur selten auf ihrem Speiseplan.
Kreuzotter: Die
giftige Kreuzotter ist in Hessen sehr selten. Sie kommt lediglich in Osthessen und im Spessart vor, wo sie halboffenes, deckungsreiches Gelände in Waldrand-, Heide- und Moor-Bereichen bewohnt. Da
sich die Jungtiere überwiegend von jungen Fröschen ernähren, sind Kleingewässer ein unverzichtbarer Bestandteil ihres Lebensraums. Die Schlange, die bis zu 90 Zentimeter lang werden kann, ist
durch das dunkle Zickzackband auf dem Rücken, die gedrungen wirkende Gestalt und die senkrechten Schlitzpupillen ihrer Augen gut zu erkennen. Zwar ist die Kreuzotter eine Giftschlange, aber der
Biss ist normalerweise nicht lebensgefährlich.
Keine Schlange: Die kupferfarbene Blindschleiche sieht schlangenähnlich aus, ist aber eine Echse ohne Beine. Wie alle Echsen hat sie bewegliche
Augenlider. Ihre Leibspeise sind Regenwürmer, Nacktschnecken und unbehaarte Raupen, die sie auf Wiesen und Brachen, in Parks und naturnahen Gärten erbeutet.
Foto: NABU/Christoph Moning
Er ist groß und bunt und es kann ihm scheinbar gar nicht warm genug sein: Der Segelfalter breitet sich in Deutschland immer mehr aus. Nach der Frühjahrsgeneration im Mai schlüpfen jetzt die
Falter der Sommergeneration. Oft flattern Segelfalter auf der Suche nach Nektar bis in die Gärten hinein.
Noch vor wenigen Jahrzehnten sah das ganz anders aus, weiß NABU-Sprecher Helge May: „Von den Segelfalterbeständen waren nur kleine Reste übrig, das Aussterben schien nah. Vor allem die Raupen
benötigen zur Entwicklung viel Wärme, die bekommen sie in unseren Breiten nur bei starker Sonneneinstrahlung. Wegen der Nutzungsaufgabe bisher beweideter oder per Hand bewirtschafteter Flächen
verbuschten diese, die Sonne kam nicht mehr durch.“
Dass die Segelfalter wieder zahlreicher wurden, war zunächst gezielten Pflegemaßnahmen zu verdanken. Flächen wurden gelichtet, Sträucher zurückgeschnitten und Beweidung organisiert. Dazu kommt
als weitere Zutat der Klimawandel. Viele Arten einschließlich des Menschen stellt die Erderwärmung vor enorme Herausforderungen, sie wächst sich zu einer existenziellen Klimakrise aus.
Wärmeliebende Arten wie der Segelfalter profitieren dagegen. Zusätzlicher Lebensraum entstand für die Segelfalter in den großen Offenflächen der ehemalige Braunkohletagebaue im Osten
Deutschlands. Während sich die Raupen sonst von Schlehenblättern und der nahe verwandten Steinweichsel ernähren, wurde dort die aus Amerika stammende Späte Traubenkirsche zur wichtigsten
Futterpflanze.
Ausgerechnet die Klimakrise, der Moloch Kohleabbau und eine invasive Art greifen also einem bedrohten Schmetterling unter die Flügel. Das ist keine Kombination aus dem Naturschutz-Lehrbuch und
kaum auf andere Arten übertragbar. Aber der Segelfalter hat sich nun so gut erholt, dass ihn die jüngste bundesweite Rote Liste als „ungefährdet“ führt. „Dabei erreicht er trotz des deutlichen
Anstiegs der letzten 15 bis 20 Jahre längst nicht die Verbreitung wie vor 150 oder 200 Jahren. Dazu sind die modernen ‚Normallebensräume‘ zu strukturarm“, betont May. „Damit der Aufschwung von
Dauer ist und auch weitere Arten profitieren, müssen wir unsere Landschaften wieder anreichern. Mit gutem Willen aller Beteiligten ginge das, selbst Land- und Forstwirtschaft hätten davon
Vorteile.“
Zusätzliche Informationen:
Foto: NABU/Sebastian Hennigs
Um davon satt zu werden, müsste man lange sammeln, aber das Aroma ist unübertroffen. Die rundlichen Früchte der Walderdbeere sind nur einen Zentimeter groß und allzu viele Früchte trägt eine
Pflanze nicht. Sie haben jetzt Saison und lassen sich den ganzen Sommer über finden. Reif sind Walderdbeeren, wenn sie sich schon bei leichter Berührung ablösen. Der NABU rät dazu, alle anderen
Früchte hängen zu lassen, denn sie reifen nicht nach.
Körbeweise wird man Walderdbeeren kaum nachhause tragen können. Wenn überhaupt, denn sie schmecken am besten von der Hand in den Mund. „In der christlichen Symbolik soll die Erdbeere für
Rechtschaffenheit und fromme Gedanken stehen, im Altertum sah man Verlockung und Sinnenfreude. Ich wäre da eher beim Altertum“, meint NABU-Sprecher Helge May.
Haben es doch ein paar Walderdbeeren in den Korb geschafft, lassen sie sich ähnlich wie Gartenerdbeeren verwenden, als fruchtige Ergänzung zu Blattsalaten ebenso wie als Smoothie oder in
selbstgemachtem Eis. Walderdbeeren-Konfitüre ist ein besonderes Geschmackserlebnis, bei der Zubereitung ist aber Vorsicht geboten: Bei starker Erhitzung können sich aus den Nüsschen unangenehme
Bitterstoffe lösen.
Walderdbeeren sind reich an Vitamin C. Sie wachsen sowohl in Laub- wie in Nadelwäldern auf nährstoff- und humusreichen Böden. Sie mögen Licht, aber pralle Mittagssonne wird gemieden. Dank
Ausläuferbildung können Erdbeeren freie Flächen an Wegen oder Lichtungen schnell besiedeln. Wer Glück hat, findet dort dichte Erdbeermatten.
Wie Gartenerdbeeren werden Walderdbeeren gerne von Schnecken besucht. Auch bei Mäusen, Eichhörnchen, Dachs und Fuchs stehen die süßen Beeren hoch im Kurs. Amseln und Rotkehlchen bedienen sich
ebenso wie Käfer, Wanzen und Ameisen, die so alle zur Verbreitung der Samen beitragen. „Wer beim Waldspaziergang ein paar Erdbeeren nascht, muss jedoch keine Sorge haben, dass die Waldtiere
dadurch Hunger leiden“, betont May. „Zum Natur-Knigge gehört ohnehin, immer auf den Wegen zu bleiben und nur dort Früchte zu pflücken. Da bleibt für die Tiere genug übrig.“
Zusatzinformationen:
Foto: NABU/Eric Neuling
Die aktuellen Hitzeperioden sind für viele Tiere lebensbedrohlich. In Phasen extremer Hitze – so wie jetzt – erreichen
täglich mehr als 100 neue Pfleglinge das Zentrum. Ein Grund: „Viele natürliche Wasserstellen trocknen aus. Umso wichtiger ist es, dass wir im Garten oder auf dem Balkon Wasser bereitstellen und
schattige Rückzugsorte schaffen.
Fledermäuse und Vogelarten
Arten, die unter Dächern und an Hauswänden brüten, sind hohen Temperaturen oft schutzlos ausgeliefert und drohen zu
überhitzen. Betroffen sind unter anderem Fledermäuse und Vogelarten wie Haussperling, Mauersegler sowie Mehlschwalbe. Um der steigenden Hitze zu entkommen, klettern Jungvögel – hilflos, meist
noch ohne ausgebildetes Federkleid – aus dem Nest und stürzen zu Boden.
Lüften in den Morgen- und Abendstunden sowie das Aufhängen von nassen Tüchern kann eine Hilfe für die Gebäudebrüter und
Fledermäuse sein. Denn auf diese Weise entsteht runterkühlende Verdunstungskälte.
Wasserschalen können Leben retten
Zentral ist das Angebot von Trink- und Badestellen: Bereits einfache, flache Schalen oder Untersetzer mit Wasser können
über das Leben vieler Wildtiere entscheiden: Sie sind rettende Oasen für Vögel, Igel oder Insekten. Wichtig ist, dass die Gefäße flach sind und einen sicheren Ausstieg ermöglichen – etwa durch
Steine oder raue Ränder.
Dabei gilt: Die Schalen täglich mit frischem Wasser befüllen und – ganz wichtig – vorab mit heißem Wasser ausspülen und
in der Sonne trocknen lassen. So lässt sich eine Ausbreitung von Keimen verhindern. Ein geeigneter Standort findet sich im Halbschatten und nicht in der prallen Sonne! Bitte auch an Insekten
denken und Steine, Moos oder Zweige als Landehilfe einlegen!
Schatten und Verstecke sind überlebenswichtig
Neben Wasser benötigen unsere Gartenmitbewohner dringend Schutz vor der Sonne: Hecken, Sträucher, hohe Gräser oder
kleine „wilde Ecken“ schaffen kühlere Mikroklimate und dienen als Versteck.
Wer seinen Garten naturnah gestaltet, hilft den Tieren doppelt, denn sie finden dort nicht nur Schatten, sondern auch
Nahrung.„Auch Laubhaufen, Totholz oder Steinhaufen bieten wichtige Rückzugsorte.
Weniger Pflege – mehr Hilfe
Gerade in Hitzeperioden ist Zurückhaltung bei der Gartenpflege angesagt: Den Rasen seltener oder gar nicht mähen, damit
Feuchtigkeit im Boden bleibt und Schutz entsteht. Hecken und Gehölze nicht schneiden, um Schatten zu erhalten und „wilde Ecken“ zulassen statt aufgeräumter Gärten.
Ein kurz geschorener Rasen bietet keinen Schutz vor Hitze. Längeres Gras und blühende Pflanzen helfen dagegen vielen
Arten. Schließlich schützen Blühflächen und höhere Vegetation nicht nur den Boden vor Austrocknung, sondern sorgen durch Verdunstung zudem für eine natürliche Kühlung der unmittelbaren
Umgebung.
Weitere einfache Maßnahmen
Wir empfehlen zusätzlich: Mehrere Wasserstellen im Garten zu verteilen, kleine Teiche oder Mini-Biotope anlegen und den
Garten pestizidfrei halten, da geschwächte Tiere besonders empfindlich reagieren.
Gemeinsame Verantwortung
Jeder Balkon und jeder Garten kann jetzt zu einer kleinen Oase werden. Mit nur wenigen Handgriffen können wir vielen
Tieren helfen, die extremen Temperaturen zu überstehen.
Wir appellieren an alle Bürgerinnen und Bürger, diese einfachen Maßnahmen umzusetzen, denn angesichts zunehmender
Hitzeperioden wird Hilfe für Wildtiere immer wichtiger.
Foto: Herbert Friedrich
Bei der Landesdelegiertenversammlung des NABU Hessen in der Stadthalle Wetzlar standen wichtige Themen rund um Naturschutz, Bildung und Vereinsentwicklung im Mittelpunkt. Die Versammlung bot Raum für einen intensiven Austausch über laufende Projekte, neue Partnerschaften und langfristige Strategien zur Stärkung des Naturschutzes in Hessen. Im Zentrum der Diskussionen standen die Erfolge des vergangenen Jahres, wobei der NABU Essershausen besonders herausgestellt wurde: Vorsitzender Christoph Gath wurde stellvertretend für den NABU Essershausen vom Landesvorsitzenden Maik Sommerhage (rechts im Bild) mit einer Urkunde ausgezeichnet. Ein 10%iger Zuwachs der Mitgliederzahl in dieser Gruppe innerhalb eines Jahres konnte verzeichnet werden, was ein deutliches Zeichen für gestiegenes Interesse am Naturschutz und an bürgernahem Engagement vor Ort ist. Die Delegierten würdigten dieses Wachstum als wesentlichen Beitrag zur Erweiterung der örtlichen Netzwerke und zur Aufrechterhaltung wichtiger Projekte, die ohne eine wachsende Mitgliederbasis kaum realisierbar wären.
Steinkäuze
gehören zu den faszinierenden Greifruderern der Nacht, deren Ruf in manchen Nächten wie ein fernes Spieluhrgeläut durch Wälder und Gärten zieht. Obwohl sie oft im Verborgenen bleiben, sind sie
doch wichtige Indikatoren für die Gesundheit eines Ökosystems. Steinkäuze bevorzugen offene Wälder, lichte Wälder mit ausreichender Hirsch- und Mäusepopulation sowie stilvolle Schutzräume, in
denen sie ihre Jungen aufziehen können. Ihre Grundfärbung wirkt unscheinbar in der Dämmerung, doch wenn man genauer hinhört, erkennt man den charakteristischen klangvollen Ruf, der sich wie ein
kleines, schnelles „hoo-hoo“ über den Boden legt. Die Lebensweise der Steinkäuze ist dabei besonders spannend: Sie jagen vor allem Mäuse, Ratten und andere Kleinsäuger, nutzen dafür eine lautlose
Jagdtechnik aus dem Schatten heraus und schlagen in der Nacht blitzschnell zu. Für Biologen und Vogelfreunde ist es deshalb von großem Interesse zu beobachten, wie sich Bestände dieser Eulenart
im Laufe der Jahreszeiten verändern und welche Einflussfaktoren dabei eine Rolle spielen.
In der Region Laubuseschbach, einer Gegend mit dichtem Laubwald, offenen Flächen und landwirtschaftlich genutztem Umfeld, finden Steinkäuze ideale Lebensbedingungen. Hier kann man oft beobachten,
wie junge Eulen auf verlassenen Baumhöhlen oder künstlichen Nisthilfen Schutz finden und wie erwachsene Tiere ihre Jungen betreuen. Die Beringung, eine Methode, die von vielen
Naturschutzorganisationen sorgfältig durchgeführt wird, dient dazu, die Lebenswege der Steinkäuze besser nachvollziehen zu können. Durch eine kleine, harmlos anmutende Aluminium- oder
Kunststoffmarkierung lassen sich Rückkehrzeiten, Wanderwege, Landeplätze und auch das Alter der Individuen erfassen. Die dabei gewonnenen Daten sind Gold wert für die Forschung, denn sie helfen
zu verstehen, wie Eulenpopulationen auf Umweltveränderungen reagieren, wie sich Nahrungsgrundlagen entwickeln und ob menschliche Eingriffe wie Straßenbau oder Pestizidbelastung Einfluss haben. In
Zeiten, in denen der Lebensraum vieler Vogelarten bedroht ist, wird die Beringung zu einem wichtigen Instrument des Naturschutzes, das mit verantwortungsvoller Handhabung und engmaschiger
Überwachung erfolgt.
Der NABU, der Naturschutzbund Deutschland, spielt dabei eine zentrale Rolle. Als eine der größten Umweltschutzorganisationen des Landes setzt er sich dafür ein, Lebensräume zu schützen,
Aufklärungsarbeit zu leisten und Freiwillige zu unterstützen, die bei Projekten vor Ort mitwirken. In zahlreichen Regionen werden durch den NABU Monitoring-Programme durchgeführt, die Bestände
erfassen, Verbreitungskarten erstellen und Habitatqualitäten bewerten. Besonders in ländlichen Gebieten mit Mischkulturen aus Wald, Wiesen und orchideenreichen Heckenstrukturen zeigen sich die
positiven Effekte, wenn Uferrandstreifen und alte Baumbestände erhalten bleiben. Freiwillige Helferinnen und Helfer, oft begeisterte Naturfreundinnen und -freunde, setzen sich dafür ein,
Nisthilfen zu kontrollieren, Steckverbinder für die Beringung bereitzuhalten oder Fühler- und Fanggeräte sicher zu betreuen. Solche Aktivitäten, die im Einklang mit behördlichen Vorgaben stehen,
fördern das Verständnis für ökologische Zusammenhänge und schärfen das Bewusstsein für die Bedeutung von Biodiversität im Alltag.
In Laubuseschbach und ähnlichen Regionen treten Steinkäuze häufig als Symbol für stille, aber robuste Natur in Erscheinung. Ihre Anwesenheit erinnert daran, wie viel Lebensleistung in einem
intakten Wald steckt und wie wichtig es ist, auch auf kleiner Fläche Lebensräume zu schützen. Wenn man bei einer nächtlichen Beobachtung aufmerksam lauscht, kann man das sanfte Revier-Glocken der
Eulen hören, das eine stille Melodie der Nacht erzählt. Und wenn Forscherinnen und Forscher im Rahmen von Beringungs- oder Monitoring-Programmen unterwegs sind, lässt sich die Reise dieser
erstaunlichen Vögel oft auf Karten festhalten: Winzige Marker, große Geschichten. So verbindet sich Naturschutz mit Wissenschaft, und aus der Zusammenarbeit von lokalen Vereinen, freiwilligen
Helfern und Organisationen wie dem NABU resultieren Erkenntnisse, die nicht nur für die Steinkäuze, sondern für das gesamte Ökosystem von Bedeutung sind. Ein solcher spannender Kreislauf aus
Schutz, Forschung und Bildung zeigt, wie Mensch und Natur gemeinsam lernen können, miteinander zu wachsen.
Foto: Sebastian Hennings